10. Okt

2017

Ausstellungstipps

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2018

Ausstellungen Archiv © B&N Tourismus

Archiv ausgesuchter, vergangener Ausstellungen im deutschsprachigen Raum rund um den Indischen Ozean, insbesondere zu Indien, Sri Lanka, Nepal und den Malediven aber auch über den Tellerrand hinaus.

Buddha’s Schatzkammern

Südasien · Ostasien · Südostasien
2016 – 2017

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren auf rund 6.000 m² und gibt einen einzigartigen Überblick über die buddhistische Kunst in Asien vom 1. Jahrhundert vor Christus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Exponate, zum Teil bisher noch nie öffentlich ausgestellt, sind in vier Ausstellungsabteilungen gegliedert: Südasien, Ostasien, Südostasien und die Region des Himalaya. Die Ausstellung gilt bereits jetzt schon als eine der bedeutendste panasiatische Buddhismus-Ausstellungen, die weltweit jemals gezeigt wurde und wird von einem umfangreichen Begleitprogramm flankiert.

Ausstellung bis zum 19. Februar 2017 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur, täglich 10.00 bis 19.00 Uhr (bis 06. November 2016) bzw. 10.00 bis 18.00 Uhr (ab 07. November 2016) außer 24., 25, 31. Dezember. Anreiseinformationen und Online-Tickets www.voelklinger-huette.org.

Katalogbuch zur Ausstellung herausgegeben von Meinrad Maria Grewenig und Eberhard Rist „Buddha: Sammler öffnen ihre Schatzkammern. 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2000 Jahren“. Der Katalog diskutiert im Rahmen der wissenschaftlichen Aufsätze und Objektbeschreibungen ausführlich die gezeigten Kunstwerke und die Weltanschauung des Buddhismus. 528 S., zahlr. z.T. ganzs. Abbildungen. Geb. Buch bei Amazon.

Im Rahmen des Jahresthemas „Buddha“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte präsentiert der Band „Buddhismus. Fotografien 1985 – 2013“ eindrucksvolle Fotos des Künstlers Steve McCurry aus dem Zeitraum von 1985 bis 2013. 96 S., zahlr, Abbildungen. OBrosch. Buch bei Amazon.


Kalamkari Textilien

Tamil Nadu · Andhra Pradesh · Indien
2016 – 2017

Großformatige Wandbehänge aus Südindien bzw. Tempeltücher des Typus der Kalamkari (Kalam-Kariقلمکار, eine mit einem Schreibrohr Qalam bzw. Kalam hergestellte Arbeit Kari) sollen Gottheiten und Geschichten ihres Wirkens sinnlich vor Augen führen.

Charakteristisch sind für die vor allem im Südosten von Indien hergestellten Tücher eine markante schwarze Umrisszeichnung und ihre intensive Farbigkeit die vornehmlich auf Rot-, Gelb- und Blautönen basiert. Je nach Format und ihrer Funktion z.B. als Wandbehang, Fahne oder als Schmuck eines Prozessionswagens markieren sie einen anderen sakralen Raum, dienen der Erbauung oder der Erinnerung, illustrieren die großen indischen Epen Mahabharata und Ramayana.

Die eindrückliche Sammlung des Völkerkundemuseums Zürich – die in ihrer historischen Tiefe für die südindische Kalamkari-Kunst als repräsentativ gilt – wird im Begleitbuch in ihrer Gesamtheit historisch eingeordnet und vorgestellt, mit vollständiger Übersetzung der Telugu-Inschriften und großformatigen Abbildungen sowie Detailaufnahmen aller Tücher. Erhältlich im Museumsshop.

Hans Weihreter: Blumen des Paradieses. Der Fürstenschmuck Nordindiens. Weihreter stellt kunstgeschichtlich herausragendes, jedoch international noch unbekanntes Material von den Höfen der Mogule und Rajputen vor. 4°. 208 S., 163 farb u. 35 s/w-Abb. 4 Karten. OLn. m. SchU. Akadem. Druck- u- Vlg., Graz 1997. Buch bei Amazon.

Paola von Wyss-Giacosa und Andreas Isler (ed. Mareile Flitsch): Kalamkari. Erzählstoff aus Indien. 148 Seiten, 64 Farbabb., Völkerkundemuseum der Universität Zürich 2016. ISBN 978-3-909105-67-0.

Ausstellung bis 05. Februar 2017 im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Pelikanstrasse 40, 8001 Zürich. Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag: 10.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 14.00 bis 17.00 Uhr, Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr. Web: www.musethno.uzh.ch.


Expedition Schlagintweit

Zentralasien · Himalaya · Indien
2016

Die Reisen der drei Gebrüder Schlaginweit, inspiriert und gefördert von Alexander von Humboldt, erstreckten sich von Ceylon (Sri Lanka) bis Kashgar bzw. vom Indus bis hin nach Assam. Im September 1854 schifften die Brüder in Southampton nach Bombay (Mumbai) ein, bereisten Madras und Calcutta (Kolkata), erreichten 1855 die damals unter britischer Verwaltung stehenden Provinzen des Himalaya und drangen Mitte 1856 in das Zentrum von Ladakh vor bzw. erhielten im gleichen Jahr die Erlaubnis Kathmandu, die Hauptstadt von Nepal, zu besuchen. Zurück kehrten die Brüder, Adolph sollte die Expedition nicht überleben, mit über 100 Folianten mit zahllosen Aquarellen, Skizzen, Kartierungen und Beobachtungen – die Sammlung verzeichnete über 14000 einzelne Nummern.

Eine Auswahl von hundert Aquarellen und zahlreiche Objekte aus den von den Brüdern zusammengetragenen Sammlungen geben im Alpinen Museum auf vielfältige Weise Aufschluss über die Geschichte der Expedition und präsentiert ein faszinierendes Bild der Landschaften von Indien und Zentralasien vor nun mehr als 150 Jahren.

Ausstellung bis 26. Juni 2016 im Alpinen Museum, Praterinsel 5, D-80538 München. Geöffnet Dienstag bis Freitag 13.00 bis 18.00 Uhr bzw. Samstag und Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr.

Moritz von Brescius, Friederike Kaiser, Stephanie Kleidt (Hrsg.): Über den Himalaya: Die Expedition der Brüder Schlagintweit nach Indien und Zentralasien 1854-1858. Gr. 8°, 388 S., 248 Abb. Geb. Böhlau Verlag, Köln 2015. «Die Autoren dieses reichbebilderten Katalogs stellen die Expedition und ihre Ergebnisse erneut auf den Prüfstand, geben Aufschluss über die Organisation einer solch großen Unternehmung und vermitteln einen Einblick in die umfangreichen Sammlungen, welche für heutige Forschungsfragen weiterhin von großer Relevanz sind (Klappentext).»


Orient bis Indien

Ost- und Südost-Asien · Vorder-, Mittel- und Süd-Asien
2016

Eine sorgfältig zusammengestellte umfangreiche Auswahl beeindruckender und repräsentativer Stücke aus der Sammlung Uhlmann – eine der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Blankwaffen in Deutschland – wird im Rahmen der Sonderausstellung «Kunstvolle Waffen des Orients: Ausgewählte Blankwaffen der Sammlung Werner Uhlmann vom Maghreb bis nach Indien» erstmals zugänglich.

Professor Werner Uhlmann (1928 – 2011), früherer Inhaber des Lehrstuhls für Statistik und zeitweiliger Rektor der Universität Würzburg, hat im Laufe mehrerer Jahrzehnte hunderte von waffentechnisch, künstlerisch und ethnologisch interessanten Waffen vor allem aus dem osmanischen und dem indisch-persischen Raum einerseits und aus dem südostasiatischen Bereich andererseits zusammen getragen und damit eine der bedeutendsten Privatsammlungen zum Thema im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Nach seiner Emeritierung 1996 veröffentlichte er ein dreibändiges Werk zur Thematik (1999: Blankwaffen aus Ost- und Südost-Asien; 2001: Vorder-, Mittel- und Süd-Asien; 2003: Afrika). Dank testamentarischer Überlassung wird die rund 1000 Objekte umfassende Sammlung seit 2011 von der Veste Coburg verwaltet.

Ausstellung bis zum 06. November 2016 in der Burganlage der Veste Coburg. Geöffnet täglich von 09.30 bis 17.00 Uhr. Eintritt 6.00 Euro. Weitere Informationen www.kunstsammlungen-coburg.de.

Alfred Geibig und Heiner Grieb: Kunstvolle Waffen des Orients. Ausgewählte Blankwaffen der Sammlung Werner Uhlmann vom Maghreb bis nach Indien. Katalog zur gleichnamigen Sonderausstellung. 8°. Pp. 164 S., 221 Abb., Coburg 2015. ISBN 978-3-87472-097-7.


Religiöse Gegenstände

Indien
2004 – 2005

In der Ausstellung mit Gegenständen der Verehrung wurde gelebte Religion in ihrer je charakteristischen Ausdrucksform sichtbar und spiegelt sich in der Vielfalt der zur Herstellung verwendeten Materialien wie Holz, Papier, Tuch, Metall, Ton, Kristall und in deren Bearbeitung, Gebrauch und Bedeutung. Die in Indien anzutreffenden Religionen, die hier nur unvollständig aufgezählt werden können: Hinduismus, Islam, Sikhismus, Jainismus, Buddhismus und Christentum, weisen neben aller Verschiedenheit bemerkenswerte, Gemeinsamkeiten auf, welche auf einer Ebene des Sicht- und Greifbaren, der Materialität und des Gebrauchs von Gegenständen besonders deutlich zutage treten.

Verschiedene Themenkreise umreißen diese Berührungspunkte, stellen aber auch für eine gängige Betrachtungsweise des Phänomens Religion eher ungewohnte Zugänge dar, die nicht in erster Linie den ideologischen, sondern eher den alltags- und jenseitstauglichen Charakter von Religion in den Blick nehmen. Ein Aspekt, der mit der körperlichen Seite von Religion zu tun hat, verweist auf die Erde als Ursprung allen Lebens und auf die Tiere, die dem Bereich der Natur näher verbunden sind als die Menschen. Die Erfahrungen des religiösen Eingebunden- und Aufgehobenseins steht oft im Zusammenhang mit Tieren, die als heilig gelten und die im Umfeld von Gottheiten anzutreffen sind oder gar selber göttlichen Status genießen, wie beispielsweise den Schlangen oder dem beliebten Affengott Hanuman.

Die Frage nach der Darstellbarkeit des Göttlichen ist ein Thema, das jede Religion auf die eine oder andere Weise betrifft. Indische Götterbilder können sehr konkret und in üppiger Bildlichkeit dargestellt sein. Es gibt jedoch auch Abbildungen von Gottheiten, die ganz abstrahiert ausgeführt sind, etwa die Yantra genannten zwei- oder dreidimensionalen Diagramme, die in ihrer Geschlossenheit von einer ungeheuer mächtigen Kraft erfüllt sind.

Zeichen göttlicher Anwesenheit, oft konzentriert auf die Darstellung von Füssen, Händen oder Blicken, haben häufig die ganz praktische Aufgabe, Schutz zu gewähren und feindliche Kräfte abzuwehren. Ebenso sind Gegenstände, die fürs Ritual gebraucht werden, oft von ihrer Funktion her zu begreifen: Sie sollen helfen, den Kontakt zur Gottheit oder zum Göttlichen herzustellen. Dazu dienen Formen, Verzierungen oder Materialien, die vom praktischen Nutzen zeugen, aber auch Vieles anklingen lassen, was zur hauptsächlichen Aufgabe, der rituellen, zweckdienlich ist. Ein Löffel nährt das Opferfeuer, weist aber auch auf eine Gottheit der bedingungslosen Liebe hin; ein Wasserkesselchen hält Wasser bereit zur Spende und hat die Form eines zur Schöpfung fähigen Ur-Eies.

Auch Vorstellungen darüber, wie göttliche Inhalte von Gott zu den Menschen und zwischen den Menschen übermittelt werden können, weisen in Indien weitgehende Gemeinsamkeiten über alle Religionen hinweg auf. Lehrpersonen geben heiliges Wissen an ausgewählte Menschen weiter. Ihr Ansehen ist sehr hoch; sie werden ihrer tiefen Einsichten wegen verehrt, und ihre Präsenz ist von großer Segenskraft.

Alle diese in einem bestimmten Raum und für eine gewisse Zeit sich manifestierenden Bilder, Gegenstände und Lebewesen lassen sich als Gefäße auffassen, welche Heiliges enthalten und weitergeben können. Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Pelikanstrasse 40, 8001 Zürich vom 23. Januar 2004 bis 02. Januar 2005 www.musethno.unizh.ch.

Andreas Isler, Cornelia Vogelsanger, Paola von Wyss Giacosa (Hrsg.): Gefässe für das Heilige. Indische Gegenstände reden von Religion. 8°. 160 S., 80 farbig. Abb. Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Zürich 2003. Buch bei Amazon.


Kapital und Karma

Indien
2002

In der Vorstellung aktueller Positionen indischer Kunst konfrontieren die Ausstellungsveranstalter den Besucher mit ihm oftmals völlig unbekannten Facetten des modernen Indien. Die ausgestellten Werke spiegeln nicht nur die aktuelle Situation, sondern zeigen zugleich die Widersprüche einer Gesellschaft mit einer großen Tradition, deren Metropolen in der letzten Dekade, wie kaum andere, von einem enormen Globalisierungsschub erfasst wurden. Parallel zu prämodernen lokalen Strukturen ist dabei ein postmodernes, globalisiertes, urbanes Indien entstanden. Nicht nur Gesellschaftsstrukturen, vor allem in den städtischen Ballungsräumen, sondern auch die Kunst wurden von Kapital, Konsum und Medien, nachhaltig verändert und geprägt. Lokales und Globales verschmelzen in den gezeigten Werken zu einer Symbiose: moderne Ausdrucksformen wie Foto, Video, Installation und digitale Kunst stehen in den ausgestellten Werken im Einklang mit althergebrachten künstlerischen Überlieferungen. Die Ausstellung, bisher größte Präsentation indischer Gegenwartskunst im deutschsprachigen Raum, vermittelt einen umfassenden Einblick in diese Entwicklungen und lässt den Besucher an der künstlerischen Vielfalt, die das moderne Indien hervorbringt, teilhaben, ohne dabei den Anspruch erheben zu wollen, den gesamten indischen Subkontinent oder die indische Gegenwartskunst umfassend zu repräsentieren. Kunsthalle Wien www.kunsthallewien.at von März bis Juni 2002.


Sammlung Horst Metzger

Indien
2002

Das Museum Rietberg in Zürich präsentierte sechzig Werke aus der bedeutenden, rund 250 kleinformatige Bilder aus der Zeit des 16.bis- 19. Jahrhunderts umfassenden, Sammlung Horst Metzgers, die als Legat ins Museum Rietberg gelangte. Die meisten dieser Bilder sind von Berufsmalern für kunstinteressierte Fürsten gestaltet worden und beruhen auf klassischen Gedichten oder höfischer Musik und gehören zu dem Schönsten, was in diesen Jahrhunderten in Südasien produziert wurde. Gerade in den nordindischen Regionen, also vor allem in jenen Landesteilen, in denen die Moghulkaiser herrschten, entwickelte sich die Miniaturmalerei, eine Kunstform der Buchmalerei, in höchster Blüte. Diese Werke gelangten dann zum Teil schon im 17. Jhd. durch Reisende, insbesondere durch solche der sogenannten ostindischen Handelscompagnien der Holländer und Engländer nach Europa.

Der Sammler Horst Metzger, dessen schönste Sammelstücke 1991 im Linden-Museum Stuttgart in der Ausstellung Lotusmond und Löwenritt gezeigt wurden hat sich im letzten Jahrzehnt seines Lebens praktisch nur noch seiner Sammelleidenschaft gewidmet. Horst Metzger entschied sich, dem Museum Rietberg nicht nur seine kostbaren Bilder, sondern auch sein umfangreiches Archiv zu vererben. Gilt doch das Museum Rietberg zur Zeit als dasjenige europäische Museum, das am aktivsten indische Malerei sammelt und dokumentiert.

Die Vielschichtigkeit dieser Bilder lädt zum beschaulichen Verweilen ein: Vor dem Hintergrund überschaubar klarer Kompositionen mit reduzierter Farbpalette entwickelt sich ein wunderbarer Detailreichtum in den Gewändern und Schmuckstücken der Protagonisten, die zudem durch ihre Haltung Einblick in die Psychologie des Spiels zu geben vermögen. Ausstellung des Museum Rietberg. Park-Villa Rieter, Dépendance für asiatische Malerei im Rieterpark www.rietberg.ch.


Samuel Bourne

Indien · Himalaja · Kaschmir
2001 – 2002

Die zwischen 1863 und 1870 entstandenen Aufnahmen des Fotografen Samuel Bourne haben das Bild der indischen Kultur in Europa maßgeblich bestimmt. Seine grandiosen Reisefotografien führen vom Wunderland der Fakire zum damals völlig unerschlossenen Himalaja.

Lahore, Sommer 1998. Eine brütende Hitze liegt über der pakistanischen Millionenstadt. Manchmal wackelt die Erde, denn Pakistan führt im Wettstreit mit Nachbar Indien immer neue unterirdische Atomtests durch. Der 29 jährige Daru hat währenddessen ganz andere Probleme.  Er hat seinen gut bezahlten Job bei einer Bank verloren und keine ausreichend guten Beziehungen, um rasch eine neue, seinem Lebensstil adäquate Stelle zu finden. Strom und Telefon werden bald abgedreht und Daru zählt unvermittelt zu jenem von ihm verachteten Teil der Bevölkerung, die sich keine Klimaanlage leisten können. Schwitzend sitzt er bei Kerzenlicht in seiner heruntergekommen Bude, raucht alles, was er kriegen kann und überlässt alles andere seinem Diener. Nur die schöne Mumtaz ist fasziniert von Daru, und Daru von ihr – wie die Motten flattern sie des Nachts um die verlockende Flamme des Ehebruchs, die sie zu verbrennen droht. Und während Mumtaz als Journalistin unter falschem Namen politische Skandale aufdeckt, gerät Daru selbst immer weiter auf die schiefe Bahn. Mohsin Hamids Debütroman erzählt von einer Gesellschaft, die am Abgrund taumelt: Religiöser Fanatismus und nationalistische Hysterie drohen ein Land endgültig zu zerreißen, das ohnehin von schier unüberwindlichen Klassenunterschieden geprägt ist. In dieses aufgeheizte Umfeld bettet der Autor eine selbstzerstörerische Liebesgeschichte ein, in der sich die Auflösungserscheinungen von Gesellschaft und Individuum widerspiegeln. Darus snobistisches Versagen reflektiert letztendlich den Verlust einer gesellschaftlichen Moral. Eingebettet in den als Rahmenhandlung konzipierten Gerichtsprozess gegen Daru, wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven aufgerollt. So entsteht ein facettenreiches Bild des zeitgenössischen Pakistan, aber auch vom Werteverfall und sozialen Abstieg eines Menschen. Mohsin Hamid: Nachtschmetterlinge. Roman. Aus dem Englischen von Thomas Mohr. 8°. 280 S. Englische Broschur. DTV, München April 2002. Buch bei Amazon.

Die Ausstellung Sieben Jahre Indien ist dem wohl erfolgreichsten und bedeutendsten europäischen Pionier der Fotografie in Indien gewidmet, der mit seinen Aufnahmen für lange Zeit unsere Vorstellung vom indischen Subkontinent maßgeblich mitbestimmt hat: Samuel Bourne (1834 – 1912).

Über Jahrhunderte hinweg übte der indische Subkontinent mit seiner Vielfalt der Religionen, Kulturen und landschaftlichen Schönheiten auf Europäer eine bis heute ungebrochene Faszination aus, der vor allem immer wieder Schriftsteller und Künstler erlegen sind. Berühmtheit erlangte Samuel Bourne durch seine Photographien von dem damals noch weitgehend unerschlossenen – und für Europäer im Normalfall verschlossene – Himalaja-Gebiet, das er abseits der üblichen Routen bereiste.

Dass die Reisefotographie im 19. Jahrhundert ein heute kaum noch vorstellbares, außerordentlich mühsames Unterfangen, war wird in den Reisetagebüchern Samuel Bournes mehr als deutlich, schließlich benötigte man ganze Karawanen von Lastenträgern für die Ausrüstung.

Während seines siebenjährigen Aufenthalts in Indien hat Samuel Bourne hat 1200 Aufnahmen angefertigt, die er mit den Fotografien seines Partners Charles Shepherd in Verkaufskatalogen international anbot und vertrieb. Insbesondere aus seinen Aufnahmen der indischen Paläste und Prachtbauten spricht die Neugier und Begeisterung des Fotografen für das Exotische und Fremdartige, das in der pittoresken Beschaulichkeit seiner Kompositionen jegliche Bedrohlichkeit verliert und vor allem touristische Sehnsüchte stimuliert.

Im Mittelpunkt des sorgsam editierten Begleitbuches zur Ausstellung stehen neben den Fotografien der nordindischen Bergregion die Reiseberichte von Samuel Bournes Expeditionen in den Himalaja und nach Kaschmir von 1863 bis 1866, die zu den raren Selbstzeugnissen von Photographen im 19. Jahrhundert zu zählen sind und in der Ausführlichkeit ihrer Beobachtungen ein einzigartiges Zeugnis darstellen und somit in idealer Weise geeignet sind die Aufnahmen Bournes in einen größeren Kontext zu stellen. Umfassende, großzügig ausgestattete Monografie über den Indien- und Himalaja-Aufenthalt Samuel Bourne’s.

Samuel Bourne: Sieben Jahre Indien. Fotografien und Reiseberichte 1863 – 1870. 4°. 224 S., zahlr. Duoton-Abb. Geb. Schirmer, Mosel. München 2001. Buch bei Amazon.

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